Geschichten aus dem I-net

Fin-interessante geschichte

Ein Schatten verdunkelte den Mond und im Dorf wurde es düster. Fin, ein kleiner, schlanker Junge mit rostrotem Haar, konnte nicht schlafen und ging zum Fenster. Verwundert sah er, dass der Mond von etwas verdeckt wurde. Rote Lichter tanzten im Himmel auf und ab. Wie erstarrt blickte er zum Mond hinauf. „Nein“, hauchte er mit kalkweißem Gesicht. Fin löste sich aus seiner Erstarrung und rannte ins Nebenzimmer um seinen Onkel, einen großen, schmalen Mann mit rötlichen Augen, zu wecken.

 „Onkel Nazu, wach auf! Die Gelzad kommen! Sie wollen den Stein!“, presste er mit zitternder Stimme hervor. Mit einem Schlag war Nazu hellwach und hechtete zum Fenster. Fin gesellte sich zu ihm und nun schauten beide auf ein großes Heer von Gelzad, die mit Augen  wie Lava auf das Dorf hinabblickten. Gelzad waren geflügelte Magier mit Schuppen und grässlichen Klauen.

 Als Fin Nazu von der Seite ansah wirkte er nicht ängstlich, nein…er wirkte sogar fröhlich. Fin rannte in sein Zimmer um den Stein zu holen. Er lag in einem Versteck direkt in der Strohwand der Hütte. Er schimmerte silbern und war wie eine Träne geformt, gerade so groß, wie sein Daumen. Die Oberfläche war makellos, bis auf ein winziges Loch. Fin wurde nie erklärt was an dem Stein so besonders war, aber er merkte, dass ihn eine ungewöhnliche Aura umgab.

 Fin wollte eben wieder zu seinem Onkel gehen, als ein unnatürlich großer Gelzad im Türrahmen erschien. Versteinert blieb er stehen. „Nazu! Hilf mir, hier ist ein Gelzad!“, schrie er und schob sich langsam näher an die Wand, wo in einer Halterung das alte Schwert seines Vaters hing. Da fing der Gelzad lauthals und grausam an zu lachen, wenn man das überhaupt lachen nennen konnte, denn es klang eher ein bisschen wie Stein auf Stein. Fin hielt sich die Ohren zu. Die glühenden Augen des Gelzad funkelten ihn hinterlistig an. Wo blieb bloß Nazu? „Erkennst du mich nicht Fin, dummer Junge?“, zischte er höhnisch und seine Augen leuchteten scharlachrot auf. Fin blieb der Mund offen stehen. „DU bist mein Onkel? Niemals, das glaube ich dir niemals!“, schrie er ihn wütend an. Da wo vorher noch der Gelzad stand lehnte nun Nazu an der Wand um sich auch gleich wieder in den Gelzad zu verwandeln. In dem Moment griff der Junge nach dem Schwert. „Na, bist du jetzt überzeugt??? Gib mir den Stein, dann werde ich dich verschonen, LOS!“, schnauzte er Fin an. „Nein, ich weiß zwar nicht zu was er gut ist, aber wenn du ihn unbedingt haben willst muss er wertvoll sein.“, entschied Fin mutig.

 „Na gut, du hast es nicht anders gewollt. Dann wird es dir so ergehen wie deinen Eltern!“, schrie Nazu mit zischender Stimme.

 Mit einem Schrei riss Fin das Schwert aus der Halterung und hielt es Nazu entgegen: „DU warst es also! DU hast meine Eltern auf dem Gewissen!“ Nazu machte eine wegwerfende Bewegung mit der Hand: „Du hast noch nie getötet, stimmts? Ich sehe dir an, dass du mich nicht töten kannst!“ Fin fuhr zusammen, denn er merkte, dass es stimmte, was der Gelzad sagte.

 Er sah aus den Augenwinkeln das offene Fenster. Mit einem gewagten Satz sprang er hinaus, den Stein in seiner linken, das Schwert in der rechten Hand. Er wollte schon gen Wald davonrennen, als er bemerkte, dass alle Dorfbewohner in Gefahr schwebten von den Gelzad vernichtet zu werden. Doch lange konnte er nicht warten, denn Nazu kam bereits in Sicht. Mit einem tiefen Seufzer kletterte er zum Aussichtsturm hinauf und schlug den Gong. Die Bewohner strömten aus ihren Häusern und rannten durch den Wald davon, doch da tauchte mit einem ohrenbetäubenden Knall eine riesige Feuersbrunst auf und raste auf ihn und das Dorf zu. Es würde alles verbrennen, dachte Fin und kletterte die Leiter des Turms hinab.

 Wo war eigentlich Nazu? Egal, hoffentlich weit weg.

 Das Feuer kam näher und näher. Er würde es nicht schaffen! Fin rannte und rannte, da tauchte plötzlich Nazu vor ihm auf. Erschreckt stoppte Fin vor dem Gelzad und hob sein Schwert: „Geh mir aus dem Weg, hast du nicht das Feuer gesehen?“ Doch Nazu schnauzte ihn an: „Halt die Klappe du vorlauter Bengel! Wusstest du nicht, dass Gelzad immun gegen Feuer sind? Es gibt uns sogar Kraft. Euch jämmerlichen Menschen hingegen bringt es den Tod. Aber bevor das Feuer dich tötet werde ich es tun! Du kannst mich eh nicht töten, du hast zuviel Angst!“

Fin knurrte wütend, denn er wurde nicht gern beleidigt und ritzte Nazu mit dem Schwert den Arm auf. Der Gelzad schrie gellend auf und hielt sich den Arm. „Na warte! Das wirst du mir büßen!“, donnerte er und stürzte sich auf Fin. Doch da fing der Stein in Fins Hand plötzlich an sehr hell zu strahlen, wie ein Stern am Abendhimmel. Nazu wich zurück und zog seinen Dolch aus dem Gürtel. Er schleuderte ihn auf Fin doch der war schon verschwunden und der Dolch bohrte sich ein paar Meter weiter in die vom Feuer ausgetrocknete Erde.

erinnert mich irgendwie ein wenig an eragon,oder nicht???

20.6.07 15:51, kommentieren